Firmengeschichte
Erfolgsgeschichte mit Vorhängen
Wenn man das ungewöhnlich geschmackvolle und vor allem riesige Gebäude der Firma Eurofirany in Żywiec betrachtet, würde niemand darauf kommen, dass ihre Eigentümer, Bogusława und Bogusław Choczyński, ihre Geschäftskarriere bei Null angefangen haben. Sogar nicht mal bei Null, sondern mit geliehenem Geld und einer kleinen Garage, in der sie die ersten Waren lagerten. Heute sind sie der Potentat des polnischen Markts im Bereich Import von Vorhängen. Seit 1991 arbeiten sie mit über 100 Fabriken in der ganzen Welt sowie mit Tausend Läden zusammen, nicht nur im In-, sondern auch im Ausland. In ganz Polen befinden sich etwa 40 Salons von Eurofirany, ungewöhnlich elegante Salons, denn für das Ehepaar Choczyński zählt in erster Linie die gute Marke der Produkte, die sie Kunden anbieten.
Silvesterfreude und schwarze Wolken am Himmel
Der Zufall entschied über die Gründung der Firma. Die Eigentümer, Bogusława und Bogusław Choczyński, die im Jahre 1990 in ein neues Haus eingezogen waren, wanderten mehrere Wochen lang durch alle Geschäfte auf der Suche nach Vorhängen. Silvester kam näher und die Vorstellung, das neue Jahr ohne Vorhänge zu begrüßen, irritierte sie doch sehr. Die Situation entschärfte sich durch eine Fahrt nach Budapest, wo man problemlos wunderschöne, aber leider sehr teure Vorhänge kaufen konnte. Für die Familie einer Lehrerin und eines Bergmanns bedeutete das einen großen Einschnitt im Familienetat, der ohnehin durch den Kredit für den Hausbau belastet war. Die Eigentümer entschieden sich für die Fahrt nach Ungarn, um die erträumten Vorhänge zu kaufen. Aber sie konnten sich nur die Ausgestaltung des Wohnzimmers im neuen Haus leisten. Silvester war gelungen, die Gäste waren verzaubert von der Ausgestaltung der Wohnung und wünschten herzlich den Gastgebern alles Gute, aber Ruhe und Freude letzterer dauerte nicht lange an.
Im Januar 1990 änderte das Bergwerk im Zusammenhang mit dem Balcerowicz-Plan die Zinsen für den Kreditvertrag zum Hausbau von 3 auf 50 Prozent. Das war ein schwarzes Jahr für alle, die in Polen irgendwelche Kredite bei der Bank hatten.
- Das war wie ein Urteil - sagt Frau Bogusława – wir hatten keinen Ausweg. Zu Hilfe kamen uns Freunde, die unsere Verzweiflung und Ratlosigkeit sahen, und uns Geld in einem Umschlag brachten und kurz und knapp feststellten: wenn Ihr was verdient, gebt Ihr es zurück. Bis heute rührt uns die Erinnerung daran zu Tränen. Den Kredit haben wir komplett zurückbezahlt, wir haben uns von der Bank befreit, aber die Angst, dass wir mit unserer Arbeit in Schule und Bergbau eine so große Summe nicht zurückzahlen können, blieb.
Das setzte in uns eine unglaubliche Schöpfungskraft frei. Wir erinnerten uns daran, dass in Ungarn die Vorhänge fürs Wohnzimmer teuer waren, die Jalousien für die Küche jedoch waren billig. Und so fing ganz vorsichtig unser Abenteuer mit Vorhängen an.
Schwere Anfänge in der Garage des eigenen Hauses.
Die ersten Vorhänge importierten sie "eigenhändig", in dem sie sie in der winzigen Garage lagerten, die sich schnell als zu eng erwies, darum bauten sie ein großes Lager, das im Laufe der Zeit 7 mal erweitert und ausgebaut wurde.
"Zu unserem vorherigen Firmensitz führte ein sehr schmaler Weg. Darum wurden 13 Jahre lang die LKWs am Fluss abgeladen. Unsere Mitarbeiter luden unter schwierigen Bedingungen die Ware bei Wind und Wetter ab, bei Schnee, Regen und Dunkelheit – meine Frau und ich konnten das nicht mehr länger mit ansehen"– erinnert sich Bogusław Choczyński.
Da es so eng war und alles aus den Nähten platzte, entschied sich das Ehepaar Choczyński, einen neuen Firmensitz zu bauen. Heute ist es ein geräumiges, modernes Gebäude mit einer Fläche von 10.000 m² und das Netz der Firmensalons umfasst heute fast 40 sich gut entwickelnde Verkaufspunkte im ganzen Land.
Die Mitarbeiter sind der größte Schatz einer Firma
Im Jahre 1994 hat die Firma ihren ersten Mitarbeiter eingestellt, 1995 gab es 3 Mitarbeiter, 1997 schon 15 Mitarbeiter, 2007 – 200 Mitarbeiter, und die Zahl der Mitarbeiter steigt beständig.
"Eine solche große Zahl von Mitarbeitern ist eine riesige Verantwortung. Ein großes Kapital, guter Geschmack bei der Auswahl der Ware sowie viele andere Ideen ist eine Sache, aber ohne dieses Team hätte die Firma keinen so großen Erfolg erreicht" - stellt Bogusława Choczyńska fest. "Wir bemühen uns um Integration, in dem wir große Feste veranstalten, aber selbst dann sprechen unsere Mitarbeiter davon, was in der Firma los ist. Es freut uns, dass nicht nur wir uns darüber den Kopf zerbrechen" - sagt Bogusław Choczyński.
Unsere Geschäftspartner sind jedes Mal wieder begeistert über unser Team, unser Handelsvertreter und Verwaltungsmitarbeiter. Das sind Menschen, die mit Leidenschaft arbeiten und ganz der Firma verschrieben sind.
Der Erfolg bei der Personalauswahl ist ein Effekt der Rekrutierung, um die sich Frau Bogusława kümmert. Als frühere Pädagogin ist sie eine ebenso gute Psychologin, oft setzt sie auf junge Menschen.
Nach 13 Jahren Arbeit in der Schule war es eine schwere Entscheidung, wegzugehen, denn ich habe meinen Beruf geliebt und Kinder vergöttert. 1987 habe ich die Sportakademie in Katowice abgeschlossen, Siebenkampf trainiert und mit großem Erfolg an den polnischen Meisterschaften teilgenommen. Meine Arbeit als Trainerin und Lehrerin ermöglichte es mir, unter meinen Schülern viele Talente zu entdecken, die später bei Wettkämpfen im ganzen Land erfolgreich waren. Später habe ich entdeckt, dass ich auch die Gabe habe, bei Einstellungsgesprächen Talente zu entdecken, denn eine richtige Personalauswahl macht 80% des Firmenerfolgs aus! - meint Bogusława Choczyńska.
Das menschliche Vorstellungsvermögen kennt keine Grenzen
Frau Choczyńska fährt regelmäßig zu ausländischen Messen, schaut sich neue Muster an, wählt entsprechende Waren aus, die sie später nach Polen bringt, sie hat dazu ein gutes Händchen und sie macht dies gerne.
"Schon immer habe ich mich gerne mit schönen Sachen umgeben. Oft denke ich darüber nach, wie das möglich ist, dass wir so viele Muster haben und ständig entstehen neue. Das menschliche Vorstellungsvermögen kennt keine Grenzen. Aber wenn ich es nicht im Gefühl hätte, was bei uns gefällt, hätten wir nicht so viel Erfolg. Ich erfühle den Geschmack des Kunden und weiß aus Erfahrung, dass das, was in Warschau gefällt, nicht unbedingt in Żywiec, Stettin oder in Schlesien gefallen muss. Die Hauptstadt ist Vorreiter und hier setzt man z.B. auf modischen Minimalismus, teure Stoffe und Rollladen. Mit der Zeit überträgt sich dieser Warschauer Trend auf andere Städte. In diesem Jahr waren in der Hauptstadt schwarz-weiße Farben und starke Kontraste dran" - erzählt Bogusława Choczyńska.
Familienunternehmen
Die Eigentümer von Eurofirany verbringen sehr viel Zeit in der Firma. "Schon immer war ich eine Person, die eine Vision hatte, Ideen, und mein Mann hat mich darin bestätigt und mir das Gefühl von Sicherheit gegeben. In der Firma beschäftige ich mich mehr mit den künstlerischen Dingen, ich wähle die Muster der Stoffe aus, die Materialien, ich stelle die neuen Mitarbeiter ein. Mein Mann kümmert sich um die Finanzen, die rechtlichen Angelegenheiten, Kredite, Probleme beim Zoll" - erzählt Bogusława Choczyńska. Wenn die Eigentümer müde sind, fahren sie weg – sie haben schon Lateinamerika kennen gelernt und Asien. "Egal, wo wir sind, immer gehen wir in Geschäfte mit Vorhängen. Wir schauen den Menschen in die Fenster, um zu sehen, wie sie dekoriert sind – das ist so eine Berufskrankheit. Unsere Vorhänge in Polen findet man selten in Standard-Wohnblöcken, meistens schmücken sie die Fenster privater Häuser, Villen und Appartements" - sagt Bogusława Choczyńska. Und daran ist nichts Ungewöhnliches, denn die von der Firma importierten Vorhänge sind Markenware. Schon der Besuch der Kunden im Salon von Eurofirany ist eine große Freude, besonders ausgewähltes Personal gewährleistet den vollen Service, von der Beratung, Farbauswahl über das Maßnehmen beim Kunden zu Hause, Nähen, Drapieren, Montage der Gardinenstangen. "Die Eröffnung des ersten Salons in Bielsko-Biała im Jahre 2000 war eine große Herausforderung. Bis dahin haben wir Vorhängen in Großhandelsmengen verkauft, und nun haben wir etwas völlig Neues begonnen. Der Erfolg des Salons hängt davon ab, ob die dort arbeitende Schneiderin gut näht, ob der Dekorateur einen guten Geschmack hat. Das erfordert Fähigkeiten, denn nur dadurch gelangen wir in die intime Welt unserer Kunden. Wir fahren zu ihnen hin und es kommt vor, dass jedes Familienmitglied etwas Anderes möchte. Man muss ein guter Psychologe sein, um alle miteinander zu vereinen. Der größte Erfolg ist, wenn die ganze Familie sich freut, wenn die neuen Vorhänge in den Fenstern hängen." – sagen die Eigentümer von Eurofirany.
Internationale Messen und Begegnungen mit Kunden.
Seit 1993 nehmen wir an der jährlichen Internationalen Messe in Frankfurt am Main teil, darum sind wir in der Lage, unser Angebot mit den neuesten und modischsten Mustern ständig aktuell zu halten und damit selbst den anspruchvollsten Kunden zufrieden zu stellen. – erzählt Bogusław Choczyński.
Die Firma Eurofirany nimmt jährlich an allen wichtigen Messen auf der Welt teil: in Deutschland, Italien, China, in der Türkei, Indien, in den Vereinigten Staaten sowie in Japan.
Im Mai jeden Jahres beteiligen wir uns an der Messe "Home Decor "- Poznań, bei der wir zwei Mal die Auszeichnung für die beste Ausgestaltung des Messestands erhalten haben. Unsere Arbeit wurde ausgezeichnet, 2004 mit dem Preis "Schlesischer Kaufmann des Jahres", 2006 und 2007mit der Statuette "Goldene Villa" – dem Hauptpreis in der Kategorie "bester Stoff" für das Material Gabrielle, und derzeit sind wir nominiert für den Hauptpreis von "Idea Awards" für die beste Werbeaktion in der Presse im Jahre 2007.
Seit 2000 organisieren wir jeweils im Februar und September Begegnungen mit unseren Kunden. Dann besuchen über 1000 Kunden aus dem In- und Ausland unsere Firma. Diese Begegnungen sind eine ausgezeichnete Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, zur Präsentation der neuesten Trends sowie um Schulungen anzubieten. Jedes dieser Treffen ist mit einem feierlichen Abendessen verbunden, einem Bankett sowie dem Auftritt von Stars der polnischen Musikszene. Es waren bei uns schon zu Gast Golec uOrkiestra, Alicja Majewska, Grupa pod Budą, Gang Marcela, Bajm, Elektryczne Gitary, Kombi, Maryla Rodowicz, Krzysztof Krawczyk, Budka Suflera – sagt Bogusława Choczyńska.
Erfolgsrezept? ... da gibt es nur eines.
Wir lieben das, was wir machen, mit Leidenschaft schaffen wir neue Kollektionen von Vorhängen und Gardinen – sagt Bogusława Choczyńska. Obwohl es von Żywiec aus überall hin weit ist, würden wir um nichts in der Welt unseren Firmensitz verlegen. Wir lieben unsere Heimat. Hier am See, in den Wäldern denkt man anderes. Nicht weit von hier, in Milówka wohnen die berühmten Golec-Brüder. Mir hat es sehr gefallen, als sie gesagt haben, dass sie aus Warschau hierher zurückkommen, um die Gedanken neu zu ordnen, um anders auf die Welt zu schauen. Denn es ist etwas Außergewöhnliches in diesen Bergen, in der Moral und im Charakter der Bewohner der Berge, etwas, was es ermöglicht, viele Dinge mit Abstand zu betrachten – sagt Bogusława Choczyńska überzeugt.
